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Wikipediaartikel:
„Friedrich August Quenstedt“

Friedrich August (von) Quenstedt (* 9. Juli 1809 in Eisleben; † 21. Dezember 1889 in Tübingen) war ein deutscher Geologe, Paläontologe, Mineraloge und Kristallograph.

Leben und wissenschaftliche Arbeit[]

Friedrich August Quenstedt studierte ab 1830 in Berlin bei Christian Samuel Weiss „Geognosie“. Im Jahre 1837 übernahm er den neu geschaffenen Lehrstuhl für Mineralogie und Geognosis an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Er begründete damit die noch junge Geologie als eigenständigen Wissenschaftszweig im Königreich Württemberg. Den Lehrstuhl hatte er 52 Jahre inne. Seine Amtszeit ist als Quenstedt-Ära in die Annalen des Geologischen Institutes eingegangen. Seine Forschungsschwerpunkte waren vor allem Fossilien und ihre Nutzung in der Stratigraphie. Durch eigene Aufsammlungen, aber auch durch Ankäufe, baute er in Tübingen eine bedeutende, für Forschung und Lehre geeignete Fossiliensammlung auf. 1842 zählte die Sammlung bereits 30.000 Exponate. Einen großen Anteil dazu trugen auch Öschinger Bauern bei, die für Quenstedt Ammoniten sammelten. 1842 prägte er auch den heute noch international verwendeten Begriff Stufenlandschaft.

Sein Hauptverdienst ist die intensive Erforschung der Juraformationen der Schwäbischen Alb. Zur geologischen Altersbestimmung verwendete er wie der Engländer William Smith Leitfossilien. Nach ihm benannt ist die Quenstedtsche Gliederung der Feinschichten des Jura, die erst 1973 von einer internationalen Gliederung abgelöst wurde. Aus seiner Feder stammt auch das paläontologische Standardwerk Der Jura, das er 1858 veröffentlichte. Bis kurz vor seinem Tod erstellte er ein umfangreiches Tafelwerk über die Ammoniten der Schwäbischen Alb. Er verstand es, durch einen unterhaltsamen Vorlesungsstil ein breites Publikum für Fossilien zu interessieren. Über Schwaben blickte er jedoch kaum hinaus. Seine Fossiliensammlung ist heute noch im Geologischen Institut der Universität Tübingen einzusehen und kann zum Vergleich eigener Funde herangezogen werden. Er war auch in Nusplingen und entdeckte den Plattenkalk.

Einer seiner bedeutenderen Schüler war der Paläontologe Albert Oppel. Sein Enkel Werner Quenstedt (1893–1960) wirkte in den 1930er und 1940er-Jahren als Geologe und Paläontologe an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin.

Beschreibungen[]

Ehrungen[]

5 Gattungen wurden ihm zu Ehren nach ihm benannt:

  • Quenstedtia, eine zweischalige Muschel
  • Quenstedtia, ein Hohltier
  • Quenstedtiphyllia, ein Hohltier
  • Quenstedtoceras, ein Ammonit
  • Quenstedticrinus, eine Seelilie

Auch eine Reptilien Art wurde nach ihm benannt:

  • Proganochelys quenstedti

Das Mineral Quenstedtit wurde nach ihm benannt.[1]

Einzelnachweise[]

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